Brüten, das ist

Anwachsendes Gedicht, Installation im Raum, 2026

Digitaldruck auf Papier, im Loop gehängt

Ein Ei aus Worten, ein leichter Loop im Raum: die installative Textarbeit ist ein Teil einer andauernden Beschäftigung mit dem BRÜTEN. Brüten - dieses sonderbar eigenzeitliche Phänomen irgendwo zwischen Tätigsein und Untätigsein - wird als ein zyklisches Lebensprinzip verstanden, zu welchem Pausen, Winterruhen, Müdigkeiten, Sterbeprozesse ebenso gehören wie das Knospen, Aufblühen, das Schlüpfen und Fliegen. Die poetischen Fragmente versuchen, eine Widerständigkeit gegen die Beschleunigungsimperative unserer "Zeit“ zu entwerfen, und an das Vertrauen anzuknüpfen, dass in jedem lebenden Körper eine eigene, weise, zyklische Zeitlichkeit wohnt. Die Lebenskraft, die das Blatt zum Fallen bringt und die Samen keimen lässt – auch in uns.

An egg made of words, a gentle loop in space: the installative text work is part of an ongoing engagement with BROODING. Brooding — that mysteriously self-timed phenomenon somewhere between activity and inactivity — is understood as a cyclical principle of life, to which pauses, winter dormancies, exhaustions, and dying processes belong just as much as budding, blossoming, hatching, and flying. The poetic fragments attempt to devise a resistance against the acceleration imperatives of our "time" and want to draw on the trust that within every living body dwells its own wise, cyclical temporality. The life force that makes the leaf fall and the seed germinate — in us too.

Dokumentation: Anna Egerter